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Filme 2010

Filmstudium – Wie ich auszog, ein Starregisseur zu werden

When:
-
Where:
Bockshorn -
Category:
Sonderveranstaltung


Seit 35 Jahren zeigt das Würzburger Internationale Filmwochenende ausgewählte Filme aus allen Teilen der Erde, aus verschiedensten Genres, entstanden aus gegensätzlichsten Kunstverständnissen, und lädt dazu Schauspieler und Regisseure ein, die dem Zuschauer Rede und Antwort stehen, warum der Streifen so geworden ist, wie er geworden ist.
Doch die Frage, warum der Regisseur so geworden ist, wie er geworden ist, wird dabei nur selten gestellt. Wie interessant es aber sein kann, hinter die Kulissen eines Filmstudiums und damit des Werdegangs eines Regisseurs zu schauen, zeigen wir mit dieser Sonderveranstaltung.
Linus de Paoli (Regisseur), Anna de Paoli (Produzentin) und Till Kleinert (Regie) stehen vor ihrem Studienabschluss und erzählen von ihren Lehrjahren an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, von der Arbeit mit unwilliger Technik und dem Schwitzen bei heißen Außendrehs, von der Suche nach dem richtigen Soundtrack und durchgemachten Nächten am Schneidetisch. Dazu zeigen sie ihre entsprechenden Kurzfilme – ohne Rücksicht auf Verluste: Von der introspektiven Fingerübung bis zum harten Gewaltexzess, vom Anfänger-Bewerbungsfilm bis zur Arbeit für den Fernsehsender Arte ist alles dabei, was Freude macht (... oder für Magenschmerzen sorgt...).

 

Über die Filmemacher von Linus de Paoli:
„2004 lernte ich Till Kleiner und Anna de Paoli (damals noch Brandt) an der dffb kennen. Unser Erfahrungsstand war sehr unterschiedlich: Während Anna bisher nur an zwei kleinen Projekten der Universität der Künste gearbeitet hatte, befand sich Till im Schnitt seines ersten kleinen Langfilms (ein Teenie-Horrorfilm). Mit den 1000 Stunden Videotrash, die ich mit meinen Kumpels im Garten gedreht habe, lag ich wohl im Mittelfeld. Unsere Bewerbungsfilme, die eigens für die dffb und zu einem von der Schule festgelegten Thema gedreht werden mussten, waren äußerst unterschiedlich: Mockumentary von Anna, magischer Realismus von Till und Slapstickcomedy von mir. Trotzdem waren wir uns sofort sympathisch.
An der dffb wird jedes Studienjahr mit der Produktion eines Kurzfilms beendet und 2005 haben wir uns, damals noch mit zwei Kommilitoninnen, zusammengetan, um gemeinsam an unseren Zweitjahresfilmen zu arbeiten. Wir haben uns von Drehbuchentwicklung über den eigentlichen Dreh bis zum Schnitt beigestanden und zusammen um jeden Meter Film gekämpft. Entstanden sind u.a. die 15minütigen Filme "Hundefutter" und "Gray Hawk", die erfreulicherweise beim Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken gemeinsam Premiere feiern konnten.
Die kommenden Jahre im Hauptstudium der dffb vergingen wie im Flug mit Seminaren, die uns als Filmschaffende noch einmal richtig vorangebracht, überfordert, desillusioniert und wieder verzaubert haben. Weitere gemeinsame Projekte folgten: Tills Film "Cowboy", bei dem ich als fleißiger Regieassistent tätig war, lief erfolgreich rund um den Globus (vor allem auf schwullesbischen Filmfestivals) und gewann u.a. den Iris Price. Anna, die alle unsere Filme produzierte, schaffte es ganz nebenbei noch ihre eigene Dokumentation "24 Stunden Schlesisches Tor" zu drehen, die 10 Wochen im Berliner Kino Moviemento rauf- und runterlief. Mein letzter Film "The Boy Who Wouldn't Kill", bei dem wiederum Till mein Regieassistent war, wird im Februar seine Deutschlandpremiere bei der Berlinale in der Perspektive Deutsches Kino feiern.”

 

Ein unterhaltsamer Abend für alle, die schon immer wissen wollten, wieviel Arbeit es kostet, sich seine erste Spielfilmregie zu verdienen, und ein Muss für alle, die an einem Filmstudium interessiert sind! Die Veranstaltung wird moderiert, doch Fragen und Mitplaudern von Seiten des Publikums sind ausdrücklich erwünscht!